1903 deklarieren die
Seychellen ihre Unabhängigkeit von England und werden
unter Gouverneur Sweet-Escott eine eigenständige
Kronkolonie.
Der 1. Weltkrieg bringt auf dem gesamten Archipel
Versorgungsengpässe, da man sehr stark von
Lebensmittelexporten abhängig ist – schon damals.
1967 wird das allgemeine
Wahlrecht eingeführt. 1976 werden die Seychellen
unabhängige Republik und von England in die Unabhängigkeit
entlassen. Präsident wird James Mancham und
Ministerpräsident wird Albert René. Bereits 1977 wird
James Mancham gestützt und Albert René übernimmt dessen
Amt. Damit entsteht eine sozialistische Regierung.
Mit der 1979 in Kraft getretenen Verfassung werden die
Seychellen zum Einparteienstaat.
1981 scheitert ein von Söldnern geführter Putsch. 1984
startet die zweite Amtsperiode für Albert René, 1989 die
dritte Amtsperiode. Im Jahr 1992 kehrt die Regierung
schließlich wieder zum Mehrparteiensystem zurück.
1993 schließlich tritt die heute noch gültige Verfassung
in Kraft, mit Albert René in der vierten Amtsperiode als
Staatschef. Für seine 6. Amtsperiode vielen die Wahlen im
Jahr 2001 knapp aus. Seit dem Jahr 2004 ist James Alix
Michel Staatsoberhaupt der Seychellen.
Er war zuvor Vizepräsident unter Albert René, der 1976
durch einen Putsch das Amt des Staatschefs erlangte und
zwischen 1979 und 1983 insgesamt fünf Putschversuche
überstand.
Albert Renés Regime war
einerseits gekennzeichnet durch einen gewissen sozialen
Fortschritt, aber auch durch zahlreiche
Menschenrechtsverletzungen.
Das Parlament der
Seychellen hat insgesamt 34 Sitze. 25 davon werden direkt
gewählt, 9 der Sitze werden prozentual an die Parteien
vergeben, die mindestens 10 Prozent der Stimmer erhalten
haben. Wahlrecht besteht auf den Seychellen ab 17 Jahren.
Die Seychellen
unterhalten zu vielen Ländern bilaterale Beziehungen, so
auch zu Deutschland, und zwar im entwicklungspolitischen
Bereich. Diese Beziehungen werden als harmonisch und
freundschaftlich bezeichnet. Jährlich besuchen rund 20.000
Touristen die Inselgruppe. Deutschland gehört damit zu den
wichtigsten Devisenbringern der Seychellen.
Die Seychellen erhielten von Deutschland, als einziges
westliches Land, Anfang der 1990er Jahre durch die
unterstützte Entsendung eines Verfassungsexperten Hilfe
bei ihrem Demokratisierungsprozess. Auch wurden die
Seychellen von Deutschland hierbei durch technische
Wahlhilfe substanziell unterstützt.
Auch in der Kulturpolitik
arbeiten die Seychellen und Deutschland zusammen. So
wurden zum Beispiel schon mehrere Fußball- und
Handballtrainer nach Deutschland eingeladen, um an
Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Die Außenpolitik der
Seychellen allgemein ist eine eher
vorsichtig-pragmatische.
Die Regierung der
Seychellen kontrolliert die Medien, so zum Beispiel den
TV-Sender SBC Television und auch die Tageszeitung "Seychelles
Nation".
Die Wochenzeitung „Regar“ wiederum ist eine Zeitung, die
der SNP-Partei nahe steht.
Darüber hinaus konnte sich noch eine weitere unabhängige
Wochenzeitung etablieren, die ebenfalls einer
Oppositionspartei nahe steht. Diese werden jedoch von der
Regierung immer wieder mit rechtlichen Schritten unter
Druck gesetzt.
Haupteinnahmequellen der
Seychellen ist der Tourismus, aber auch die Fischerei.
Mit Mauritius und Madagaskar gründeten die Seychellen die
IOC, eine Kommission zur Förderung von Handel, Tourismus
und Fischerei. Seit 1999 sind die Seychellen auch Mitglied
der IOR-ARC, der Indian Ocean Rim Association for Regional
Cooperation, wodurch sie Verbindungen in den
südostasiatischen Raum erhalten. Darüber hinaus sind die
Seychellen auch Mitglieder Vereinten Nationen, der
Afrikanischen Union, sowie des Commonwealth.
Darüer hinaus auch Mitglied der COMESA (Common Market of
Eastern and Southern Africa), sowie der SADC
(Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika).